Disclaimer: Diese Geschichte ist eine
fanfiction-Story. Die verwendeten Charaktere gehören Paramount und wurden nur
ausgeliehen. Der einzige Profit, der mit der Geschichte erzielt wird, ist die
Unterhaltung der Leser.
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by Belladonna
Im Leben gibt es Entscheidungen, die es für immer verändern
können. Doch nicht immer sind wir es selbst, die solche Entscheidungen für uns
treffen dürfen.
Annika Hansen
war ein ganz normales Mädchen, wie all die anderen Kinder ihres Alters. Sie war
blond und hatte große blaue Augen, die voller Unschuld und kindlicher Freude in
die Zukunft blickten. Sie hatte alle Möglichkeiten für sich offen und große
Träume. Es waren die Träume eines jeden kleinen Mädchens, von einer Karriere
als Tänzerin, einer berühmten Ärztin oder womöglich sogar von einer Stelle als
Kapitän eines Raumschiffes, welches mutig in unentdeckte Weiten vordringt, die
zuvor noch nie jemand gesehen hatte. Sie war aufgeweckt und fröhlich, ein Kind
wie jedes andere Mädchen in ihrem Alter. Annika war noch so jung und
unschuldig, doch all ihre Träume, all diese Möglichkeiten, die ihr für ihr
Leben gegeben waren oder kommen würden, würde sie niemals verwirklichen können,
denn die Entscheidung dafür lag niemals in ihren eigenen Händen.
Annika Hansen
hatte niemals eine Wahl, denn ihre Eltern entschieden für sie.
Sie entschieden
sich für eine Studie der Borg, einer fremden Spezies, die man zuvor noch nicht
kannte und über die man absolut nichts wusste. In ihrem Forscherdrang
entschieden sie sich für eine Mission, bei der sie diese fremde Spezies genau
studieren und untersuchen wollten. In ihrem Forscherdrang entschieden sie für
Annika mit. Sie entschieden sich, ihre kleine Tochter mitzunehmen, sie auf eine
Reise ins Ungewisse, eine Reise, von der es keine Wiederkehr geben sollte, für
keinen von ihnen. Annikas Zukunft, all ihre Pläne und Hoffnungen, all ihre
kindlichen Phantasien und Träume waren
in dem Moment zerstört, als das Schiff ihrer Eltern in
den Sog eines Kubus der Borg geriet und von ihm mitgezogen wurde.
Sie hatte keine Wahl, niemals die Chance für eine normale
Zukunft, denn nun entschieden die Borg für sie.
Sie entschieden
für sie in dem Moment, als sie ihre Eltern assimilierten und mir ihr das kleine
Mädchen Annika Hansen. Von diesem Moment an war Annika Hansen verschwunden, für
immer, sie würde nicht wieder zurückkehren und mit ihr verschwanden auch all
ihre Träume, alles was Annika Hansen zuvor gewesen war und sein wollte.
Seven of Nine, tertiäres Attribut von Unimatrix Zero One war
eine Borg, sie war ein Teil des Kollektivs und die Ziele des Kollektivs waren
zu den ihren geworden, es waren nun die ihren. Alles, was von nun an von
Bedeutung und wichtig war, was für Seven of Nine von Bedeutung von Bedeutung
und wichtig war, waren allein die Interessen des Kollektives, alles andere war
irrelevant. All die persönlichen Wünsche und Träume eines einzelnen Individuums
waren bedeutungslos, denn allein der Wille des kollektiven Verstandes war von
Bedeutung für jede einzelne Drohne, wie Seven of Nine eine war. Es gab keine anderen Wünsche
oder Ziele außer die des Kollektivs, es gab keine
Träume für den einzelnen mehr, denn sie waren alle eins, ein Kollektiv, eine
Stimme und ein Verstand. Wünsche oder Träume waren irrelevant, der einzelne war
irrelevant, denn sie alle waren das Kollektiv das all die unzähligen Drohnen
bildeten und Seven of Nine, tertiäres Attribut von Unimatrix Zero One war eine
von ihnen. All die Entscheidungen wurden vom Kollektiv getroffen, über und für
jede einzelne Drohne. Das Kollektiv war nun ihr Leben und sie hatte niemals den
Wunsch etwas anderes zu sein als eine Drohne, eine von vielen, die dem Willen
des Kollektivs dienten, sie würde auch keine Wahl haben, etwas anderes werden
zu können. Sie wollte es auch nicht.
Seven of Nine, tertiäres Attribut von Unimatrix Zero One
hatte niemals eine Wahl, denn Captain Kathryn Janeway entschied für sie.
Captain Janeway
entschied für sie in dem Moment, als sie ihre Verbindung zum Kollektiv
unterbrach und sie somit von den Borg und dem Kollektiv für immer trennte.
Captain Janeway traf für sie die Entscheidung und nahm ihr das Kollektiv um sie
zu einem Individuum zu machen, um ihr ein Leben zurückzugeben, das andere ihr
genommen hatten, das andere entschieden hatten für sie zu leben. Und dennoch
war es nicht sie selbst, die diese Entscheidung treffen würde, der gestattet
war, darüber selbst zu entscheiden, denn Captain Janeway entschied für sie. Sie
traf für sie eine Entscheidung, die erneut ihr Leben für immer verändern
sollte, und erneut lag es nicht in ihren eigenen Händen, über ihre Zukunft zu
entscheiden.
~/~
Seven of Nine stand im Bereitschaftsraum des Captains und
wartete darauf, was sie ihr zu sagen hatte. Seven hatte ihre Arme hinter dem
Rücken verschränkt und beobachtete die Frau hinter dem Schreibtisch. Captain
Janeway saß hinter dem großen Tisch und blickte ihrerseits die
ehemalige Borg an.
Es war nicht da
erste Mal, dass sie bei einer ähnlichen Situation gewesen waren, dass sie ein
ähnliches Gespräch geführt hatten und der Captain hatte noch immer den gleichen
freundlichen Blick für Seven übrig, den sie auch bereits bei der ersten dieser
Unterhaltungen gezeigt hatte. Und Seven sah sie noch immer einfach nur an,
hörte ihr zu und dachte über ihre Worte nach, doch sagte nichts.
„Es liegt allein
bei Ihnen, Seven, und zwar nur bei ihnen“, sagte sie, wie sie es schon oft
zuvor getan hatte. „Es ist ganz allein Ihre Entscheidung, ganz allein Ihre
Wahl.“
Über das Gesicht
der ehemaligen Borg huschte ein Schatten und in ihren
Augen lag ein leiser Hauch von Trauer.
„Wie Sie meinen,
Captain“, sagte sie und nickte lediglich. Dann drehte sie sich um, um den Raum
verlassen zu können. Als sich die Türen hinter ihr schlossen, senkte sie leicht
den Blick.
Die Worte des
Captains hallten in ihren Gedanken nach.
„Nein, Captain,
da irren Sie sich“, sagte sie leise und in ihrer Stimme schwang eine Spur von
unerträglicher Pein und Traurigkeit mit. „Denn es war noch nie meine
Entscheidung oder meine Wahl gewesen.“
~fin~